Weinorden an der Nahe e. V. In Vino Vigor
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Ehrenrat Udo Bamberger verbindet Wein und Speisen - seine Leidenschaft Beim Essen wird der falsche Wein zum Störenfried Erlebnisabend Viel Genuss und einige Aha-Effekte Von Kurt Knaudt Kirn. Der Name ist Programm: Bei den Weinerlebnisabenden des Oeffentlichen Anzeigers geht es vorrangig um Wein – und es ist immer wieder ein Erlebnis, Udo Bamberger zuzuhören. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Frage: Welcher Wein passt zu welchem Essen? Erstmals präsentierte der 64-Jährige, der für das Staatsweingut in Bad Kreuznach verantwortlich ist und zudem beim ebenfalls dort ansässigen Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum angehende Winzer ausbildet, seine Erkenntnisse zu diesem Thema im Restaurant auf der Kyrburg. Die ebenso genuss- wie lehrreiche und auch noch unterhaltsame Veranstaltung ist zugleich eine Marketingoffensive für den Nahewein: „Wir haben hier die besten Weine. Unsere Nachbarländer kommen da nicht mit. Aber das wissen leider noch zu wenige“, wird Bamberger nicht müde zu betonen. Sein anderes Credo lautet: Halbtrockene oder feinherbe Weißweine mit genügend Reife und Fülle passen zu nahezu jedem Essen. Die aber gebe es in vielen Restaurants gar nicht. Dem Meddersheimer, der sich seinem Leib-und-Magen-Thema in seiner Freizeit mit viel Herzblut und Hingabe – und noch dazu rein ehrenamtlich – widmet, ist bewusst, dass er dicke Bretter bohren muss. Zum einen bei den Gastronomen, die ihm zu unbeweglich, zu behäbig und zu desinteressiert sind. Zum anderen aber auch bei den Verbrauchern, die auf trocken gepolt sind. „Wir sind da seit 20 Jahren auf dem Holzweg“, bedauert Udo Bamberger. Vor allem junge und leichte trockene Weine werden nach Aussage des Experten beim Essen oft zu argen Störenfrieden. Welche Tropfen schlechter und welche besser mit einer Speise harmonieren, konnten die mehr als 50 Gäste des Erlebnisabends auf der Kyrburg erschmecken. Küchenchef Sascha Bronnenkant hatte eigens für diesen Anlass ein optisch wie geschmacklich sehr ansprechendes Vier-Gänge-Menü kreiert, zu dem Udo Bamberger pro Gang jeweils drei Weine ausgewählt hatte. „Das sind alles gute Weine“, betonte er. Die Gäste probierten erst solo, dann in Kombination mit der Speise – mitunter ein großer Unterschied. Im besten Fall ergänzen sich Wein und Essen optimal – und umgekehrt. „Schon ein bisschen Restsüße macht da oft viel aus“, weiß der Oenologe. Zu kräftig kann fatal sein: „Dieser Riesling schlägt das Essen vom Teller“, f ormuliert er anschaulich. Besonders schwierig ist es nach seinen Worten, zu Suppen einen passenden Wein zu finden: „Das ist die Königsdisziplin.“ Wenn auch nicht jeden die Ausführungen des Experten voll und ganz überzeugten: Die Gäste waren von dem Abend durchweg begeistert – von den Kochkünsten Sascha Bronnenkannts, vom reibungslos funktionierenden Service unter der Regie seiner Frau Leonie und der Art und Weise, in der Udo Bambergers sein breites Wissen präsentierte. Wohltuend auch sein Hinweis, dass er kein Geschmacksdiktat ausüben wolle. Dennoch erlebten auch jene, die sonst zum Essen ausschließlich trockene Weine bevorzugen, manche Überraschung.   Oeffentlicher Anzeiger (Ost) vom Samstag, 18. November 2017 Zum Hauptgang gab's beim Weinerlebnisabend des „Oeffentlichen“ im Restaurant auf der Kyrburg Kalbsbäckchen an Portweinjus mit getrüffeltem Rahmwirsing und gefüllter Ofenkartoffel. Fotos: Kurt Knaudt Oeffentlicher Anzeiger (Ost) vom Samstag, 18. November 2017 Die Akteure beim Weinerlebnisabend auf der Kyrburg (von links): Küchenchef Sascha Bronnenkant, seine für den Service verantwortliche Frau Leonie Bronnenkant, Koch Oliver Viehl und Weinexperte Udo Bamberger. Oeffentlicher Anzeiger (Ost) vom Samstag, 18. November 2017