Weinorden an der Nahe e. V. In Vino Vigor
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Beim dritten Vinodate stellte Jakob Schneider junior sein erfolgreiches Weingut vor und startete mit seinem Cuvée aus Weißburgundern aus Lagen in Niederhausen und der unteren Nahe, der sich sehr schmelzig und klar zeigte mit 13% Alkohol. Anschließend gab es einen Ritt durch die Rieslinge des Weinguts, beginnend mit dem 2016er Melaphyr (griech: schwarzer Vulkanboden) mit Vulkangesteins-Terroire- Tönen gefolgt vom Grauschiefer, aus verschiedenen Schieferlagen in Niederhausen (18 Fässer Verschnitt, Lesezeitraum 10.-24.10.16). Anhand dieser Weine erklärte er, wie wichtig es sei, die Weine aus einzelnen Parzellen und Lagen passend zusammen zu führen, da Niederhausen selbst über 52 verschiedene Gesteinsformationen verfüge. Die 2016er Hermannshöhle Riesling trocken überzeugte durch eine kräftige aber auch klare Struktur. Weine von hoher Haltbarkeit und mit großem Reifungspotenzial auch für Jahrzehnte kreiere er, auch wenn der Markt durstig nach frischen Weinen sei und die Weine eigentlich erst nach 1-2 Jahren auf der Flasche ihr volles Potenzial entwickeln. Es gab dazu auch eine angeregte Diskussion mit den Mitgliedern des Ordens. Weniger problematisch als vor ca. 10 Jahren sei heute die Verwendung von Korken, da die Eichen in Portugal scheinbar nicht mehr derart stark übererntet würden dank der Zunahme der Verwendung von Schraubverschlüssen. Es folgte eine Faßweinprobe des 2016er Klamm Riesling trocken, ein Wein mit aromatisch fruchtigem Riesling Duft mit kräftigem schmelzigem Bouquet und tollen mineralischen Noten und feiner Würze. Gereifter stellte sich das 2011er Dellchen dar, ein Goldkapselwein, der auch noch frisch und klar sich darstellte ohne Firne, aber eben gereifter. Im Süßweinbereich probierten wir dann den 2016er Klamm Riesling Kabinett edelsüß mit 30 gramm Zucker und 9,2 Promille Säure, wobei Jakob Schneider betonte, dass der Trend bei Ihnen im Moment dahin gehe, Weine auch wieder in dem Bereich anzusiedeln mit Süsse und Mostgewicht, wo sie ursprünglich auch angesiedelt waren und nicht mehr Spätlesen mit Auslesezuckergehalt abzufüllen. Krönender Abschluss der Probe war die 2011er Spätlese aus der Hermannshöhle als Magnumflasche, bei der man dann merken konnte, dass das Ende einer Weinprobe oder eines Weinabends wie Jakob Schneider meint, tatsächlich immer edesüß abgeschlossen werden sollte. Der Trend gehe zwar zu mehr trockenen Weinen, aber dank der Philosophie und der Großmutter im Weingut ginge bei ihrem Weingut eigentlich jeder Kunde auch mit 3-6 Flaschen süßem Wein aus den Proben nach Hause. Es war eine geniale Vorstellung des Jungwinzer des Jahres 2017, bei der man merken konnte, dass er seine Weine innig liebt und kennt und mit äußerster Raffinesse daran arbeitet, Jahr für Jahr charkterstarke lagentypische Spitzenprodukte bei immer noch gutem Preis-Leistungs-Verhältnis zu produzieren. 60-70% der Lagenweine seien bereits reserviert. Die Nachfrage konnte 2016 aufgrund sehr überwältigender Presse nicht vollständig bedient werden. Am 13./14.5.17 ist im Weingut von 13-18 Uhr Jahrgangsverkostung! Am 5. Juli gehts beim Vinodate weiter mit den Gebrüder Kauer um 19 Uhr, wir freuen uns! In vino Vigor Bericht und Bild von Dr. Christian Schulze