Am Donnerstag, 10. September, schickte der Spätsommer seine schönsten Sonnenstrahlen, als wir zu der traditionellen Septemberwanderung aufbrachen. Die von unserem Weinbruder Martin Schwarz gewohnt professionell und mit feinem Gespür organisierte Tour führte uns von Norheim aus zu historischen Zeugnissen sowie einzigartigen Weinlagen unserer Heimat. Sie bot erneut eine gelungene Mischung aus tiefgründigem Weinwissen, regionaler Geschichte und herzlicher Geselligkeit.
Eine Bereicherung war der Besuch mehrerer Gäste der Kultur- und Weinbotschafter (KuWeiBos), von denen einige bereits großes Interesse bekundet haben, unserem Weinorden beizutreten. Selbstverständlich werden die Paten des Weinordens die neuen KuWeiBos hierbei gerne vorschlagen und empfehlen – wir freuen uns auf eine weiterhin erfreuliche und inspirierende Zusammenarbeit!
Startpunkt unserer stimmungsvollen Etappe war der historische Kronenhof in Norheim. Von dort aus schlängelte sich der Weg durch die sonnenverwöhnten Rebenlandschaften. Immer wieder hielten wir inne, um die traumhaften Panoramablicke auf die erhabenen Wahrzeichen unseres Nahetals zu genießen: Der mächtige Rotenfels, die stolze Ebernburg und der kühne Rheingrafenstein bildeten eine einmalige Kulisse für diesen Nachmittag.
Ein erster Halt führte die Gruppe zum Remischenstein. Anhand einer kunstvoll gestalteten Installation aus rotem Sandstein und edlem Edelstahl wurde uns die Entstehung und tief verankerte Geschichte des Norheimer Remischens sowie die besondere Form des traditionellen Remischenglases anschaulich vermittelt. Weiter ging der Weg durch die malerischen Weinberge mit einer wunderschönen Weitsicht über das Tal.
Am Ziel angekommen, nahm uns Matthias Harke herzlich am Majestätenweinberg in Empfang. Mit spürbarer Begeisterung berichtete er von der bewegten Geschichte und der aufwendigen Sanierung des historischen Wingertshäuschens, das selbst nach einem verheerenden Brand nicht aufgegeben, sondern nach historischen Vorlagen wieder aufgebaut wurde. Eng mit diesem idyllischen Ort verbunden ist der im Jahr 2006 angelegte Weinköniginnen-Weinberg. Hier erinnern 100 Reben mit Namensschildern an die ehemaligen Weinmajestäten der Nahe. Gerade im 20. Jahr seines Bestehens bot dieser Ort reichlich Anlass, um in gemeinsamen Erinnerungen zu schwelgen.
Von unserem Ordenskanzler, Ulrich Hamm, erhielten wir spannende und aktuelle Einblicke in das Weinjahr 2026: Nach der anfänglich ausgeprägten Sommer-Trockenheit hatten die Niederschläge der letzten Wochen für einen deutlichen Reifeschub bei den Trauben gesorgt. Trotz der stellenweise einsetzenden Fäulnis lässt die Kombination aus hohen Zuckergraden und aromatischer Reife auf einen qualitativ sehr vielversprechenden Jahrgang hoffen. Auch hatten wir eine ehemalige Naheweinkönigin aus dem Jahr 1975/1976 mit dabei. Unsere Schatzmeisterin, Marion Schmoll, geb. Puth, besuchte ihren Rebstock, und wir konnten diesen Moment auch festhalten.
Bei drei von Martin Schwarz treffsicher ausgewählten Tropfen und köstlichen Häppchen konnten wir den sonnendurchfluteten Nachmittag am Weinberg mit allen Sinnen genießen. Auf dem Rückweg kehrten wir schließlich noch einmal im Kronenhof ein, wo der Abend bei anregenden Gesprächen seinen perfekten, geselligen Ausklang fand.
Schon jetzt dürfen wir uns auf die krönende Abschlusswanderung dieses Jahres freuen, die am Kornmarkt in Bad Kreuznach starten wird.
IN VINO VIGOR

















