Ein neugestalteter Orden, elf neue Mitglieder und die Würdigung langjähriger Verbundenheit prägten den Herbstordenstag des Weinordens an der Nahe. Im Bonnheimer Hof kamen Ordensschwestern und Ordensbrüder zu einem festlichen Abend zusammen, der Weinkultur, persönliche Begegnungen und gemeinschaftliches Engagement miteinander verband.

Im Mittelpunkt stand zunächst die Vorstellung des neuen Weinordens. Ordensmeisterin Margit Klein-Forster erläuterte den Weg von den ersten Überlegungen im Jahr 2023 bis zur endgültigen Gestaltung durch das Ordenskapitel. Entstanden ist eine Ausführung in Gold und Silber, die den Bezug zur Weinregion Nahe aufgreift. Eine besser lesbare Beschriftung trägt dazu bei, den Weinorden auch nach außen deutlicher erkennbar zu machen.

Der neue Weinorden mit entsprechendem Pin in Gold und Silber – Foto: MCB

Bevor das Ordenskapitel zur allgemeinen Verleihung schritt, stand ein besonders emotionaler Moment auf dem Programm: Als erster Empfänger wurde Ehrenordensmeister Uwe Closhen mit dem neuen Schmuckstück und der dazugehörigen Ehrenordensmeister-Spange ausgezeichnet. Im Anschluss erfuhren auch die anwesenden Ehrenräte Gerd Logemann, Ulrich Hamm und Brigitte Gericke-Guth diese besondere Würdigung.

Anschließend gestaltete das Ordenskapitel die Übergabe der neuen Weinorden ganz persönlich: Seine Mitglieder gingen direkt an die Tische und legten den anwesenden Ordensschwestern und Ordensbrüdern den neuen Orden um. Diese feinfühlige Geste der Verbundenheit fand großen Anklang. Weitere Mitglieder erhalten ihren Orden bei den kommenden Zusammenkünften.

Die bisherigen Orden verbleiben als persönliche Erinnerungsstücke bei den jeweiligen Mitgliedern. Titelspangen am neuen Orden kennzeichnen besondere Funktionen innerhalb der Gemeinschaft. Auch für Mitgliedschaftsjubiläen gibt es eine neue Lösung: Ein Ansteck-Pin mit der Zahl 25 ersetzt künftig die bisher zum 25-jährigen Jubiläum verliehene Kette.

Elf neue Mitglieder willkommen geheißen

Ein weiterer Höhepunkt war die feierliche Aufnahme von elf neuen Mitgliedern. Gemeinsam mit ihren Patinnen und Paten traten sie vor die Festgesellschaft. Erste Ordenskanzlerin Kerstin Lüttger erläuterte die Werte und Aufgaben der Gemeinschaft: die Pflege der Weinkultur, die Unterstützung des Weinbaus und das Weitertragen der Begeisterung für den Wein und die Nahe.

Der Weinorden versteht sich als offene Gemeinschaft für Menschen, die Freude am Wein sowie Interesse an regionaler Kultur und persönlichen Begegnungen mitbringen. Mit dem gemeinsam gesprochenen Ordensbekenntnis bekräftigten die neuen Mitglieder ihre Verbundenheit mit diesen Zielen, ihre Wertschätzung für die Arbeit der Winzerinnen und Winzer und ihren Einsatz für die Weinlandschaft an der Nahe. Das gemeinsame Erheben der Gläser beschloss die Aufnahmezeremonie.

Ein Spruch wird die neuen Ordensschwestern und Ordensbrüder künftig bei vielen Begegnungen begleiten: „IN VINO VIGOR“ – „Im Wein liegt Kraft“. Dieser lateinische Leitspruch des Weinordens steht für die Lebensfreude und Verbundenheit, die beim gemeinsamen Genießen und bei der Pflege der Weinkultur entstehen.

Neu aufgenommen wurden:

  • Anette Closheim, begleitet von ihrer Patin Elke Wehner
  • Viktoria Peitz, begleitet von ihrer Patin Marion Schmoll
  • Uwe Schneider, begleitet von seiner Patin Michaela Christmann-Bott
  • Kerstin Adolf, begleitet von ihrer Patin Petra Janz
  • Bettina Braun-Birk und Hans-Peter Birk, begleitet von ihrem Paten Hasso Hein
  • Dr. Hans-Georg Schulte und Christine Schulte, begleitet von ihrem Paten Martin Schwarz
  • Dr. Manuel Lorenz und Bettina Lorenz, begleitet von ihrem Paten Andreas Ludwig
  • Elisabeth Ebert, begleitet von ihrem Paten Harald Krummenauer

Ein Vierteljahrhundert Verbundenheit

Für ihre 25-jährige Zugehörigkeit zum Weinorden wurden Axel Kiltz und Marita Frieden geehrt. Als Zeichen des Dankes erhielten sie den neuen Jubiläums-Pin. Ebenfalls seit einem Vierteljahrhundert gehören Reinhard Peitz und Elke Bolland zur Gemeinschaft. Beide hatten sich für den Festabend entschuldigt.

Mit den Ehrungen würdigte der Weinorden die langjährige Treue seiner Mitglieder, die ihre Begeisterung für die Weinkultur seit vielen Jahren einbringen und weitergeben.

Karl-Heinz Gilsdorf zum Ehrenrat ernannt

Eine besondere Würdigung galt Karl-Heinz Gilsdorf. Ordensmeisterin Margit Klein-Forster gab bekannt, dass ihn das Ordenskapitel zum Ehrenrat ernannt hat. Da er am Herbstordenstag verhindert war, hatte er die Auszeichnung bereits beim Nachtreffen der letzten Weinreise erhalten.

Ehrung für Karl-Heinz Gilsdorf zum Ehrenrat

Karl-Heinz Gilsdorf gehört dem Weinorden seit 2004 an und hat über viele Jahre die Weinreisen der Gemeinschaft maßgeblich gestaltet. Gemeinsam mit Ehrenrat Gerd Logemann und unterstützt von ihren Ehefrauen Martina Gilsdorf und Regine Logemann verband er anspruchsvolle Weinprogramme mit kulturellen Entdeckungen. Während Gerd Logemann die finanziellen Belange betreute, übernahm Karl-Heinz Gilsdorf die Organisation und Programmgestaltung. Sorgfältige Vorbereitungen und persönliche Vortouren bildeten die Grundlage für die Qualität der Reisen.

Wie viel Einsatz dahinterstand, zeigte unter anderem die Bodenseereise 2022. Nach den pandemiebedingten Verschiebungen in den Jahren 2020 und 2021 musste sie neu geplant werden. Zusätzliche Änderungen wurden notwendig, weil das ursprünglich ausgewählte Hotel inzwischen nicht mehr existierte.

Auch die folgenden Reisen boten zahlreiche besondere Eindrücke: 2023 führte der Weg nach Saale-Unstrut, unter anderem zur Himmelsscheibe von Nebra und zur berühmten Stifterfigur Uta im Naumburger Dom. 2024 stand die Wachau mit dem Stift Melk auf dem Programm, 2025 das Elsass. Die Reise 2026 ins Markgräflerland wurde durch Besuche der Schlösser Bruchsal und Bürgeln ergänzt. Begegnungen auf ausgewählten Weingütern und in Winzergenossenschaften machten dabei stets die Eigenheiten der jeweiligen Weinregion erlebbar.

Als Dank für ihren langjährigen Einsatz erhielten Karl-Heinz Gilsdorf und Gerd Logemann jeweils einen Gutschein für eine weinkulinarische Reise im Kaiserhof in Guldental. Martina Gilsdorf und Regine Logemann durften sich zudem über Blumengrüße freuen.

Herbstliche Küche und Weine von Nahe und Baden

Das Team des Bonnheimer Hofs begleitete den Festabend mit einem herbstlichen Menü. Zum Auftakt wurden Baguette-Crostini mit Wildschweinschinken, Preiselbeeren und Thymian sowie mit Räucherlachsstreifen und Lauchzwiebeln gereicht. Es folgte eine Maronencremesuppe mit Trüffel und gerösteten Haselnüssen.

Zum Hauptgang servierte die Küche gebratene Schweinelende mit Dornfelder-Rosmarinreduktion, Kürbis-Gnocchi und Rosenkohl. Apfelküchle mit Walnusseis und Zimt-Sabayon bildeten den süßen Abschluss.

Zweiter Ordenskanzler Ulrich Hamm hatte dazu eine Weinbegleitung zusammengestellt, die die heimische Nahe mit Baden, dem Ziel der diesjährigen Weinreise, verband. So wurden Erinnerungen an die gemeinsame Fahrt auch im Glas lebendig.

Zur Begrüßung:

  • 2024 Nobling – Winzergenossenschaft Britzingen
  • 2025 Weißburgunder trocken – Weingut Schauß, Monzingen

Zum Gruß aus der Küche:

  • 2025 Souvignier Gris Kabinett trocken – Weingut Löffler, Staufen
  • 2025 Sauvignon blanc trocken – Weingut Steigerhof, Altenbamberg

Zur Vorspeise:

  • 2024 Maltesergarten Chasselas – Weingut Zotz, Heitersheim
  • 2025 Roter Riesling – Weingut Peitz, Wallhausen

Zum Hauptgang:

  • 2022 Spätburgunder Edition trocken – Weingut Löffler, Staufen
  • 2024 Grauburgunder S trocken – Weingut Marx, Windesheim

Zum Dessert:

  • 2015 Rotwein Beerenauslese – Winzergenossenschaft Britzingen
  • 2019 Pinot Rosé Brut Nature – Weingut Bamberger, Meddersheim

In ihrer Ansprache blickte Margit Klein-Forster auch auf die frühe Weinlese und die Herausforderungen durch die anhaltende Trockenheit zurück. Trotz des zeitweise erheblichen Trockenstresses falle die Einschätzung der Weinqualität erfreulich aus.

Besonders hob sie die Zusammenarbeit im erweiterten Ordenskapitel hervor. Es sei ein hervorragendes Team entstanden, in dem sich alle mit großem Engagement einbrächten. Die Kapitelmitglieder erwiderten diesen Dank: Sie überreichten ihrer Ordensmeisterin einen Blumenstrauß und würdigten damit ihren unermüdlichen Einsatz. Mit Umsicht und viel Herzblut halte sie die Fäden zusammen und führe die Gemeinschaft.

Der Dank des Abends galt ebenso allen, die in Küche und Service, bei der Weinauswahl, der Dekoration und der Organisation zum Gelingen beigetragen hatten. So bot der Herbstordenstag neben feierlichen Momenten und kulinarischen Genüssen reichlich Gelegenheit, Freundschaften zu pflegen und die neuen Mitglieder willkommen zu heißen.

Das neue Programm für 2027 ist bereits auf der Homepage des Weinordens zu finden. Die Weinwanderungen und ihre Termine stehen fest und laden dazu ein, die Weinregion gemeinsam zu entdecken. Auch Seminare werden 2027 wieder angeboten. Die genauen Seminartermine werden noch bekannt gegeben.

Auf viele weitere gemeinsame Begegnungen und eine lebendige Gemeinschaft!

IN VINO VIGOR